Liebe AOPA-Mitglieder, liebe Fliegerfreunde,

viele von Ihnen haben sich bereits angeboten, ihre Flugkapazitäten in der COVID-19 Krise dem Katastrophenschutz ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen.
Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe haben wir inzwischen auf ein von uns eingereichtes Hilfsangebot sehr positive Signale erhalten, so dass wir unser Hilfsangebot konkretisieren wollen.

Um was geht es:
In dieser Krise bietet sich für uns vor allem der Transport von eiligen Kleinsendungen an, da unsere Luftfahrzeuge ganz überwiegend nicht zum Transport von sperriger und schwerer Fracht, oder gar von Infizierten geeignet sind.
Wir könnten uns vorstellen, dass es nutzbringend wäre, z.B. medizinische Proben zur Analyse in ein Labor mit freier Kapazität zu fliegen, oder knapp gewordene Medikamente von einer Apotheke zu einem Krankenhaus.
Die Bundesländer sind bislang unterschiedlich stark belastet, so dass auch die medizinischen Kapazitäten unterschiedlich ausgelastet sind. Bodengebundene Verkehrsmittel sind aber oft zu langsam.
Unser Vorteil ist, dass sehr viele dezentrale Flugplätze in der Peripherie von Städten oder in der Fläche angeflogen werden können, wodurch sich die Transportzeiten weiter verkürzen.

Falls ein Interesse besteht solch ein Angebot zu unterstützen, wollen wir hiermit abfragen, ob und in welchem Umfang Sie sich an solch einer Hilfsaktion beteiligen möchten.

Hier ist ein Link zu einer kurzen Umfrage, in der Sie bei Interesse Ihre Daten angeben können.

Die Durchführung dieser Transportleistungen wäre rein ehrenamtlich, eine Bezahlung ist nicht vorgesehen und auch nicht erlaubt. Abgesehen von dieser Geste der Mitmenschlichkeit und Solidarität würde jeder Beitrag den Wert der Allgemeinen Luftfahrt für die Allgemeinheit unterstreichen.

Herzlichen Dank vorab!
Mit freundlichen Gruessen

Dr. Michael Erb
Geschäftsführer

AOPA-Germany, Verband der Allgemeinen Luftfahrt e. V.
Flugplatz, Haus 10, D-63329 Egelsbach
Tel: +49 (6103) 42081, Fax: +49 (6103) 42083
E-Mail: erb@aopa.de, Internet: www.aopa.de

Vereinsregisternummer: 2100
Registergericht: Amtsgericht Offenbach am Main

15 Kommentare

  1. Leider sind wir von Krisen nicht verschont und deshalb heißt es zusammen halten, gerade in Zeiten wie diesen!
    Deshalb finde ich ist das eine sinnvolle und vielleicht auch Leben rettende Idee. Kapazitäten sind schnell erschöpft, wenn sie gebraucht werden und deshalb ist auch die GA gefragt, die über leichte Flugzeuge verfügt, die überall landen können! Auch im Rahmen der Sicherheit können Gyros überall eingesetzt werden, wie z Bsp. bei der Überwachung von grossen Flugplätzen und dadurch werden Kapazitäten der dort stationierten Hubschrauber frei! Gut gemacht – weiter so!

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Erb,
    eine wunderbare Idee, Piloten und ihre LFZ für Hilfsflüge in der aktuellen Krise einzusetzen. Haben Sie aber auch die Sturheit der deutschen Flugplatzbetreiber einkalkuliert? Ganz vorne dabei ist wieder mal unser Heimatflugplatz EDFE: PPR mit 24 Std Vorlauf und maximal 3 Flugbewegungen pro Stunde! Mir wurde z.B. die Rückholung meines LFZ von EDFC nach EDFE verweigert, obwohl es sich um einen Werkstattflug handelt. Wie kann es sein, dass ein Flugleiter nur 3 Bewegungen pro Stunde schafft? Was macht dieser Mensch in den restlichen 45 Minuten? Unsere Bürokratie steht sich, wie immer, mal wieder selbst im Wege.

  3. Das ist eine schöne Initiative. Nur leider fliegen sehr viele Piloten in Vereinen, die wiederum gemäß den nicht wirklich nachzuvollziehenden Empfehlungen des DAeC ihren Betrieb eingestellt haben.

    • Hallo, ein sehr guter Vorschlag. Die Vereine haben die Tätigkeit im großen und ganzen eingestellt aber das heißt ja nicht das für solche Zwecke alleine niczt geflogen werden darf. Mit dem Auto geht es doch auch. Und mit ein wenig Verstand und Einsicht versteht das auch jeder Ordnungshüter. Auch werden diese Leistungen wenn sie zustande kommen mit großer Sicherheit nicht ausufern.

      Tilo Hofmann
      GF Flugplatz Bautzen EDAB

    • Johannes Vorwerk: Nicht nachvollziehbare Empfehlungen? Diese Argumentation kann ich wiederum überhaupt nicht nachvollziehen. Das Gesundheitssystem ist am Anschlag, Kurzarbeit und Insolvenzen, das Virus breitet sich noch immer exponentiell aus und wir sollen noch fröhlich in der Gegend herumfliegen? Unverständlich…

      • Hey warum schränken wir dann nicht alle Freiheiten komplett ein: auto fahren, fahrrad fahren, rollerblade, scooter, motorrad, spatizeren gehen? Ich finde es echt entäuschend das ein Pilot so eine Antwort auf die Anfrage zu AOPA gibt. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

      • So einen Kommentar kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Zum einen stimmt es nicht, dass das Gesundheitssystem aktuell ausgelastet ist und zum anderen müsste man sich dann ja einschließen. Beim Fahrradfahren passieren sicherlich mehr Unfälle als in der Luftfahrt. Sehr schade, wenn ein Pilot so eine Meinung vertritt 🙁

  4. Hallo, ein sehr guter Vorschlag. Die Vereine haben die Tätigkeit im großen und ganzen eingestellt aber das heißt ja nicht das für solche Zwecke alleine nicht geflogen werden darf. Mit dem Auto geht es doch auch. Und mit ein wenig Verstand und Einsicht versteht das auch jeder Ordnungshüter. Auch werden diese Leistungen wenn sie zustande kommen mit großer Sicherheit nicht ausufern.

    Tilo Hofmann
    GF Flugplatz Bautzen EDAB

  5. Sehr geehrter Herr Dr. Erb,
    wir haben unsere Öffnungszeiten des Flugplatzes, von 09:00 – 17:00 loc und außerhalb dieser Zeit auf PPR, eingeschränkt, um mit einem Mitarbeiter über den Tag zu kommen. Trotzdem ist der Flugplatz weiter entsprechend der Genehmigung nutzbar, schon allein wegen der Flüge im Rahmen der Transplantationsmedizin / Organtransporte für die Uniklinik Jena. Ich finde es ist eine sehr gute Idee von Ihnen die vorhandene Infrastruktur in dieser besonderen Zeit dazu zu benutzen Menschen zu helfen und Leben zu retten. Wir als Verkehrslandeplatz Jena-Schöngleina (EDBJ) sind dazu bereit und möchten unseren Beitrag dazu leisten, wenn er gebraucht wird.
    Wolfgang Kuhnert
    GF

  6. Ich halte diese mögliche Verwendung unser Allgemeinen Luftfahrt Infrastruktur für fast selbstverständlich! Die Bundesregierung der Berliner Republik bläst gerade unvorstellbare Steuersummen in die Bewältigung der Covid-19 Krise. Wenn wir nun auch nur einen einzigen Menschen, zum Beispiel durch den unvergleichlich schnellen Transport eines Beatmungsgeräts zu einem kleinen Flugplatz, retten können, dann ist der Einsatz sicher sinnvoll und im Vergleich sicher nicht teuer. Leider werden viele Initiativen an den Flugplätzen scheitern, nachdem selbst Verkehrslandeplätze ihre Aufgabe als Infrastruktur in der Krise teils verweigern. Ein Vorschlag, da Allgemeinverfügungen gerade so “In” sind: erklärt pauschal die Helfer des Zivilschutzes zu “sachkundigen Personen” im Sinne des “Fliegen ohne Flugleiter” und erlaubt die Landung in Anwesenheit von entsprechendem Personal.

  7. Das würde rechtlich zur Zeit wohl nur von und zu Verkehrslandeplätzen möglich sein. Für die vielen Sonderlandepöätze, die normalerweise nur der Ausübung des Hobbys dienen, gilt aufgrund der Allgemeinverfügungen der Länder ja faktisch ein Flugverbot.

  8. Eine großartige Idee, Herr Dr. Erb, und egal ob und wie oft die Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt als Notkuriere genutzt werden, wir “Hobbyflieger” zeigen jetzt, dass wir für die Gesellschaft in schwierigen Zeiten da sind. Auf eigene Kosten, verantwortungsvoll, solidarisch. N267MT in EDKB, ready to go.

  9. Ein sehr gute Idee! Gerade jetzt können die Verkehrslandeplätze zeigen, dass sie als dezentrale Infrastruktur bereit stehen und im Falle eines Falles für Transporte dieser Art genutzt werden können. Gerade das zeigt ja die Stärke der kleinen Flugplätze, nämlich das man schnell und ohne viel Vorlauf Transporte von A nach B bringen kann.
    Zeigt dies und sagt es der lokalen Politik, denn die muss es noch begreifen.

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