Die 31. IAOPA-Weltversammlung fand vom 29. September bis 2. Oktober in Bad Homburg statt und brachte auf Einladung der AOPA-Germany über 100 Vertreter von Verbänden der Allgemeinen Luftfahrt, von Luftfahrtbehörden sowie von Branchenverbänden aus der ganzen Welt zusammen. Mehr als 70 Delegierte der IAOPA aus 25 Staaten nahmen an der Veranstaltung teil.

Begrüßt wurden die Teilnehmer von Florian Guillermet, dem EASA-Exekutivdirektor, von Nabil Naoumi aus dem deutschen Bundesverkehrsministerium, von der IAOPA-Präsidentin Katie Pribyl aus den USA und von den deutschen Gastgebern, Prof. Elmar Giemulla und Michael Erb.

Die Tagesordnung konzentrierte sich auf die wichtigen politischen Themen, die die Allgemeine Luftfahrt betreffen, darunter:

  • Die regulatorische Zukunft

Wie müssen sich die Vorschriften für die General Aviation verändern? Hier war es besonders aufschlussreich zu sehen, wie sich die EASA und die FAA aktuell wechselseitig mit ihren Projekten für die Allgemeine Luftfahrt inspirieren, wie auch in Absprache mit den Verbänden wie IAOPA und EAS neue Ziele gesetzt werden. Klar ist der Trend zu erkennen, dass mehr auf Eigenverantwortung gesetzt wird. Die FAA hat dazu das erfolgreiche Projekt MOSAIC gestartet, die EASA wird sich mit ihren Aktivitäten daran orientieren und auch selbst die Initiative ergreifen. Spannend ist auch die Frage, inwiefern die Verbände in Europa wie bereits schon national im UL-Bereich in die Vergabe von Lizenzen und technischen Berechtigungen eingebunden werden können.

  • Medizinische Anforderungen an Piloten

In den USA, aber auch im Luftsportbereich in Europa hat man in vielen Bereichen längst medizinische Standards eingeführt, die klar unter dem ICAO-Standard liegen, ohne dass dies zu einem Anstieg der Unfallzahlen geführt hätte. Leider ist es derzeit in Europa festzustellen, dass die medizinischen Anforderungen an die Piloten immer restriktiver, und die Entscheidungsfreiräume der Flugmediziner immer weiter eingeschränkt werden. Der Trend zu Medicals unterhalb der ICAO-Standards muß sich fortsetzen, wenn die ICAO sich hier nicht anpasst.

  • Nachhaltige Flugkraftstoffe und Antriebe

In dieser Diskussionsrunde wurde aufgezeigt, wie unser Avgas in den nächsten Jahren bleifrei werden wird, und was danach kommt: Mit zunehmender Akkukapazität werden Elektroflugzeuge immer attraktiver, aber ein Elektroflugzeug, das vier Personen über 200NM transportieren kann gibt es auf absehbare Zeit noch nicht.

  • IFR-Zugang an Regionalflughäfen

In den USA hat man in den letzten Jahrzehnten an kleinen Flugplätzen über 20.000 GPS-Instrumentenanflugverfahren installiert. Dadurch wurde die Sicherheit des Fliegens erhöht, aber auch die Nutzbarkeit von Flugzeugen und Flugplätzen gleichermaßen. In Europa gibt es auf dem Gebiet auch gewisse Fortschritte zu verzeichnen, aber in einem Dickicht aus verwirrenden Vorschriften und Zuständigkeiten und knappen finaziellen Ressourcen geht es vergleichsweise nur sehr langsam voran.

  • Die Integration neuer Luftfahrtnutzer in den Luftraum

Hier wurde es klar, dass es in Europa noch keine wirklich funktionierenden Konzepte zur gemeinsamen Luftraumnutzung zwischen bemannter und unbemannter Luftfahrt gibt. Die gemeinsame Luftraumnutzung kann nur dann funktionieren, wenn sich wirklich alle Verkehrsteilnehmer elektronisch sichtbar machen. Hierzu gibt es verschiedene Lösungsansätze, die konsequenter verfolgt werden müssen. Die Notwendigkeit für die gemeinsame Luftraumnutzung steigt, weil die Anzahl der Drohnen zunimmt und sich die Drohnen derzeit fast ausschließlich in Lufträumen bewegen dürfen, die für andere Verkehrsteilnehmer gesperrt sind.

Die Veranstaltung hat es gezeigt: Die Stärke der IAOPA liegt seit jeher im weltweiten Netzwerk von AOPA-Organisationen, die gemeinsam auf das Ziel hinarbeiten, die Freiheit des Fliegens zu schützen und zu fördern und dabei mit den Behörden konstruktiv und kritisch zusammenarbeiten.

Eine wichtige Personalveränderung gibt es auch zu vermelden:

Mit Katie Pribyl aus den USA wurde erstmals eine Frau zur Präsidentin der IAOPA gewählt. Sie übernahm damit das Amt vom Deutschen Michael Erb, der als Senior Vice President die IAOPA nach dem Freiwerden des Amtes in der Übergangszeit leitete.

Ausklang und Höhepunkt der Veranstaltung war ein Treffen am Flugplatz Frankfurt-Egelsbach, bei dem die weit angereisten Teilnehmer vor dem Abschlussdinner auch die Chance erhielten, ein Flugzeug vom Typ Velis-Elektro einmal im Flug auszuprobieren oder sich von engagieren Mitgliedern einmal über die Region fliegen zu lassen.