Instandhaltungsprogramm für private LFZ - Pflicht ab 28.09.2008

AOPA-Letter 03/08

Ab dem 28. September 2008 schreibt die EU-Verordnung 2042/2003 auch für privat betriebene Luftfahrzeuge – darunter fallen auch alle im Verein betriebenen Flugzeuge – ein sogenanntes Instandhaltungsprogramm (IHP) vor. Dieses Instandhaltungsprogramm ist eine Auflistung aller Maßnahmen, die für die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit eines Luftfahrzeugs nötig sind. Es muss beim LBA beantragt und von diesem genehmigt werden. Da ab diesem Datum Luftfahrzeuge ohne ein gültiges IHP nicht mehr betrieben werden dürfen, empfehlen wir allen Haltern, die bisher noch kein Instandhaltungsprogramm beantragt haben, dies so schnell wie möglich zu tun.

 

Ausgenommen von dieser Verordnung sind lediglich Flugzeuge, die im Anhang II der Verordnung (EG)216/2008 (ehemals 1592/2002) gelistet werden. Dazu zählen unter anderem Ultraleichtflugzeuge, historische Flugzeuge und Flugzeuge, die zu mindestens 51% von einem Amateur gebaut wurden. Für Halter dieser Luftfahrzeuge bleibt alles beim alten, da für diese LFZ nach wie vor das nationale Luftrecht gilt.

 

Die gültigen Formulare zur Beantragung eines Instandhaltungsprogramms sind auf der Website des LBA veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Unterscheidung zwschen einem Standardinstandhaltungsprogramm (SIHP) und einem individuellen Instandhaltungsprogramm (IIHP). SIHP können für Flugzeuge bis 2.730 kg, die nicht zur Schulung eingesetzt werden, Motorsegler, Segelflugzeuge, Ballone und Luftschiffe beantragt werden. Ein IIHP ist für Schulflugzeuge, für LFZ über 2.730 kg und für Flugzeuge, die von TBO-Zeiten abweichen, erforderlich.

Die ausgefüllten und unterschriebenen Formulare müssen per Post an das LBA geschickt werden. Die Bearbeitung des Antrages ist kostenfrei.

 

Was ändert sich für private Halter zum 28.09.2008 sonst noch?

 

Die Piloten werden in Zukunft mit einer Reihe von Änderungen konfrontiert, die den Luftfahrttechnischen Betrieb (LTB) betreffen: Hier haben wir es jetzt mit drei Organisationen zu tun, die jeweils eine eigene Genehmigung durch die EASA benötigen. Häufig werden mehrere Organisationen in einem Betrieb zusammengefasst.

 

Part 145 Organisation (Instandhaltungsbetrieb): Instandhaltungsarbeiten am Luftfahrzeug oder an einem Luftfahrzeugbauteil dürfen nur von einem Betrieb durchgeführt werden, der die Part 145-Zulassung besitzt. Eine Freigabebescheinigung (Certificate of Release to Service) nach Arbeiten am Luftfahrzeug oder an einem Bauteil darf nur ein Instandhaltungsbetrieb ausstellen.

 

CAMO / CAMO plus (Continuing Airworthiness Management Organisation): Die CAMO ist eine Einrichtung, die für die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit von Luftfahrzeugen sorgt. Die Lufttüchtigkeit der Luftfahrzeuge wird durch das ARC (Airworthiness Review Certification). Betriebe, die berechtigt sind, dieses ARC auszustellen, werden als CAMO plus bezeichnet.

 

Part 21 Organisation (Entwicklungs- bzw. Herstellungsbetrieb): Hier werden die nötigen Unterlagen für Änderungen oder große Reparaturen an Luftfahrzeugen ausgearbeitet.

 

Weiterhin muss der Halter entscheiden, ober er sich mit seinem Flugzeug in eine so genannte unkontrollierte bzw. kontrollierte Umgebung begibt. In der unkontrollierten Umgebung erledigt der Halter wie bisher alle Aufgaben zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit zwischen den Jahresnachprüfungen (also jetzt die Prüfung der Lufttüchtigkeit) selbst. Wenn der Halter diese Aufgaben an eine CAMO abgibt und mit dieser einen Vertrag schließt, dann begibt er sich in eine kontrollierte Umgebung. Er führt also nur noch die Vorflugkontrolle durch und meldet alle geflogenen Stunden und eventuellen Vorkommnisse an die CAMO. Diese übernimmt dann die volle Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit.


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