Fürsty und die Bayerische Staatsregierung

AOPA-Letter 02/09

Nach der Meinung des Vizepräsidenten des Bayerischen Landtages, Reinhold Bocklet, gibt es in Bayern gute Flieger und schlechte Flieger! Wie kann es sonst sein, dass die Pläne einer Betreibergesellschaft einen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt zu betreiben bis aufs Messer politisch bekämpft werden aber ein zusätzlicher Sonderlandeplatz für einen Verein genehmigt werden könnte?

Die Landtagswahl ist vorbei und langsam lässt die Bayerische Staatsregierung „die Katze aus dem Sack"!

Neben einem Fahrsicherheitsgelände für die gehobene Mittelklasse, einer Trabrennbahn und einer Fahrsicherheitsstrecke der Polizei plant man weiterhin jährlich 8.000 Flugbewegungen der ehemaligen Sportfluggruppe der Bundeswehr, jetzt ein ziviler Verein, für die umliegende Bevölkerung mit ein.

Der fehlende Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt wird jetzt auch von dem FDP-Minister im Sinne der CSU abgelehnt. Begründung: Wir haben für München genügend Flugplätze für die Allgemeine Luftfahrt. Dies sind nach Meinung des Wirtschaftsministers:

  • der Segelflugplatz Gröbenried
  • der Sonderlandeplatz Moosburg (690m)
  • der „internationale Schwerpunktflugplatz" für München Jesenwang (408m)
  • der von der Startzahl begrenzte Sonderlandeplatz Oberschleißheim und
  • der gerade für die Allgemeine Luftfahrt gesperrte Sonder- und Werksflugplatz Obi

Nicht zu vergessen sind natürlich die Flugplätze im „näheren" Umfeld von München wie Landshut, Eggenfelden, Straubing, Manching und Augsburg. Erstaunlich ist, dass Stuttgart und Innsbruck vergessen wurden.

 

Die Flugplatzbetreibergesellschaft verfolgt immer noch das Ziel, auf dem ehemaligen militärischen Fliegerhorst Arbeitsplätze zu schaffen und die Flugbetriebszeiten nach oben und unten zu begrenzen. In der Regel wird die Flugbetriebszeit täglich mit 09 bis 19 Uhr bzw. 08 bis 18 Uhr geplant.

 

Wir wollen das Verkehrssegment der Allgemeinen Luftfahrt bis 5,7 Tonnen im Sichtflugbetrieb aufnehmen sowie im luftfahrtaffinen Bereich zwischen den Gewerbegebieten von Maisach und Fürstenfeldbruck Arbeitsplätze schaffen. Mit Hobbyfliegen sowie dem Betrieb einer Pommesbude, wie Noram Dombo von der Bürgerinitiative gegen den Flugbetrieb sich auszudrücken pflegt, hat dies absolut nichts zu tun. Dabei verfolgen wir das Ziel, welches uns von der Bayerischen Staatsregierung vor Jahren vorgegeben wurde. In diesem Rahmen waren wir bereit, mit allen zu reden bzw. zusammen zu arbeiten. Die Polizei, die Umgehungsstraße sowie die Sport- und Gemeindestätten von Maisach, sogar die Traber waren uns dabei nicht im Weg und wir nicht ihnen! Auch die Firma BMW könnte berücksichtigt werden, sofern man nicht auf die gleichen Flächen beharren würde. Flächen, die übrigens von der Firma BMW weit nach unsrer ausgewählt wurden. Mitarbeiter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums waren auch in der Wahl des Geländeteils für unseren Plan von Anfang an beteiligt und einverstanden.

 

Entsprechende Marktanalysen und Geschäftspläne wurden nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung für sehr viel Geld erstellt und sollten nun endlich umgesetzt werden. Wir können uns, in einem Rahmen der sich nicht geändert hat, dieses politische Hin- und Her schlichtweg nicht mehr leisten. Alle Pläne der Flugplatzbetreibergesellschaft haben das nachgewiesen, was die Gemeinde Maisach versucht, jetzt nachzuziehen, die FFH-Tauglichkeit ihrer Pläne. Wir erfüllen alle Lärmgrenzen, sind umweltverträglich und stellen sogar sicher, dass zukünftig die FFH-Flächen noch verbessert werden!

 

Es ist sehr vermessen von der Landesregierung, im Landesentwicklungsprogramm in jeder Region einen Verkehrslandeplatz zu fordern, ihn aber der betroffenen Region der Landeshauptstadt verweigert. Nach dem Umzug des Flughafens München von Riem nach Erding steht die Politik immer noch in der Pflicht, endlich die Aufnahme dieses Verkehrssegments in der Region sicher zu stellen.

 

Der aktuell neueste Hinweis der Politik, dass der Verkehr im Sichtflugbetrieb von Segelfluggeländen, Dachau-Gröbenried, Moosburg, Oberschleißheim oder Jesenwang aufgenommen werden kann, entbehrt jeglicher Grundlage. Die Politik in Fürstenfeldbruck schafft einen Verkehrslandeplatz nach europäischen Normen ab und bringt dafür Segelfluggelände wie Dachau und Moosburg oder den 408 Meter langen Sonderlandeplatz Jesenwang ins Gespräch. Dies alles im Zeitalter eines zusammenwachsenden Europas. Genau genommen ist dies eine Schande für die Wirtschaftsregion München!

 

Nach den Plänen der Betreibergesellschaft garantiert man im Gegensatz zu den Plänen der Hobbyflieger der Bundeswehr feste Betriebszeiten und einen geordneten Flugbetrieb. Platzrunden von Flugzeugen sind dann nur noch während der normalen Arbeitszeit möglich und eine Belastung für die Bevölkerung ab Samstagmittag würde unterbleiben. An den Wochenenden bzw. an den Feiertagen soll der Flugplatz nur zum An- und Abflug von Flugzeugen zur Verfügung stehen. Daran hätte sich dann auch die Flugsportgruppe zu halten!

 

Dem Vorwurf, dass die Betreibergesellschaft nicht wie die Gemeinde Maisach einen gesamten Plan für den ehemaligen Militärflugplatz vorweisen kann, widerspreche ich auf das Energischste! Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und ein Konzept im Rahmen eines Konversionsverfahrens vorgelegt. Wir haben weder das Recht, noch die Verpflichtung, das gesamt Gelände zu überplanen.

 

Alles was von der Regierung von Oberbayern von uns verlangt wurde, liegt vor: Lärmgutachten, Umweltverträglichkeitsgutachten, das Wertgutachten des Geländes, eine Finanzierung und eine Marktanalyse sowie ein Geschäftsplan.

 

Der Chef der Bundesanstalt für Immobilien, Dr. Wichert, brachte die Misere auf den Punkt: „Das Konzept der Gemeinde Maisach ist auf den Weg gebracht." Mehr aber auch nicht. Ob es allerdings die FFH-Hürde überspringen kann, steht bei Fachleuten noch lange nicht fest.

 

Die Flugplatzbetreibergesellschaft weiß, was es heißt, die FFH-Tauglichkeit nachweisen zu müssen. Genau aus diesem Grund halten wir Kurs und werden unser Ziel, einen Verkehrslandeplatz für die Allgemeine Luftfahrt zu schaffen, weiter verfolgen. Wir haben uns Fürstenfeldbruck nicht ausgesucht, wird wurden hierher geschickt.

 

Um unsere Rechte zu wahren, wurden wir leider gezwungen, ähnlich wie in anderen unbequemen politischen Entscheidungen, das Gericht anzurufen.

 

Andreas Boehl

Geschäftsführer

Flugplatz Fürstenfeldbruck Betriebsgesellschaft mbH


AERO 2020

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