Fürsty: Pläne der Flugplatzgegner unter massivem Druck

AOPA-Letter 01/11

Als hätten wir es nicht vorher gesagt: Der Bund Naturschutz (BN) erhebt nunmehr schwere Bedenken gegen das Maisacher Konzept zur nichtfliegerischen Nachnutzung des Flugfeldes in Fürstenfeldbruck, das vor allem eine Verwendung als Teststrecke für BMW und die Daglfinger Trabrennsportler vorsieht, allerdings auch eine Zerstörung des FFH-Naturschutzgebietes. Spannend ist, dass nur die Naturschutzverbände gegen die Zerstörung von Naturschutzgebieten klagen dürfen. Der Bürgermeister von Maisach Hans Seidl sieht deshalb nach einer Meldung der Süddeutschen Zeitung seine Planungen gefährdet. Es sei nicht absehbar, wann der Bebauungsplan zur zivilen Nutzung des ehemaligen Militärflugplatzes Rechtskraft erlangen wird. Das Hauptproblem: Die Maisacher planen eine Umsiedelung des 73 ha großen FFH-Gebietes in einen nahegelegenen Forst, dessen Eignung als Ersatzfläche außerordentlich fragwürdig ist. Zum einen ist das Gelände deutlich kleiner als auf dem Flugplatz, zum anderen ist es deutlich anders beschaffen und würde den bedrohten Arten deshalb kaum eine geeignete Heimat bieten. Spannend ist auch die Frage, wie man denn die bedrohten Tiere und Pflanzen zu einem Umzug bewegen will.

 

Die Fluglärmgegner schäumen vor Wut, lassen sich zu Hasstiraden gegen Privatpiloten hinreißen und kritisieren auch den BN heftig.

 

Leserbrief

 

Der geistige Vater des nichtfliegerischen Nutzungskonzepts Reinhold Bocklet (CSU) wirft dem BN Wortbruch vor. Wird hier jemand empfindlich? Dabei brüstet sich Bocklet doch gerne selbst damit seine politischen Gegner bewusst zu hintergehen, so beschreibt die SZ am 15.9.2008 seine Vorgehensweise:

 

„Es ist ein Paradebeispiel, wie man einen politischen Gegner, in diesem Fall die Zivilflieger, so geschickt ausbootet, dass diese lange nicht merken, was gespielt wird. Ein loyaler CSU-Abgeordneter kann dann sogar erreichen, eine CSU-Staatsregierung umzudrehen und dazu zu bringen, von Kabinettbeschlüssen und fest gegebenen Zusagen abzurücken."

 

Wichtige Aufklärungsarbeit liefert weiterhin die Bürgerinitiative „Aufsteigen mit Fürsty", die sich unter anderem mit Interviews auf München TV weiter für den Flugplatz einsetzt.

 

Die AOPA und die Flugplatz-Fürstenfeldbruck Betriebs-GmbH warten gespannt auf die Gerichtsverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, deren Aufnahme nunmehr ab Mitte März 2011 erwartet wird. Ursprünglich wurde vom Bay VGH angekündigt, sich bereits im Spätsommer oder Herbst 2010 den von der FFB GmbH eingereichten Klagen in Sachen Erhaltung des Flugplatzes Fürstenfeldbruck annehmen zu wollen. Auf Grund eines Personalwechsels wird es dazu wohl erst im Januar 2011 kommen.

 

Wenn die Klage gegen die Entwidmung des Flugplatzes Erfolg hat, dann wird der Gemeinde Maisach die Planungshoheit über das Areal entzogen. Eine weitere Klage soll die Erteilung der luftrechtlichen Genehmigung zur Aufnahme des Flugbetriebs erreichen. Zudem wurde eine Normenkontrollklage eingereicht, die sich gegen die Abänderung des Landesentwicklungs-Programms (LEP) wendet, denn der bayerische Landtag hatte beschlossen, dass in Fürstenfeldbruck kein neuer Flugplatz entstehen darf.

 

Es bleibt spannend!

 

Dr. Michael Erb


AERO 2020

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