Konstruktives Treffen von LBA und AOPA

04.02.2013

Ende Januar traf sich die Führung der AOPA-Germany erstmals mit dem neuen LBA-Präsidenten Jörg Mendel und seinen Mitarbeitern Thomas Burlage (Abteilungsleiter Technik/Umwelt) und Eckhard Fegel (Referatsleiter Ausbildung). LBA-Präsident Mendel betonte gleich zu Beginn des Gesprächs, dass er beabsichtigt, auch die Allgemeine Luftfahrt nach Kräften zu fördern, dass dem LBA aber angesichts der Vorgaben der EASA in vielen Bereichen vormals noch vorhandene Entscheidungsfreiräume auf nationaler Ebene genommen sind. Wie die „Endkunden" hat es offenbar auch das LBA nicht leicht, die vielen neuen EASA-Vorschriften auf dem Gebiet der Lufttüchtigkeit, und bald auch der Lizenzierung und des Flugbetriebs, umzusetzen.

 

AOPA-Präsident Prof. Elmar Giemulla zeigte Verständnis für die LBA-Probleme und betonte, dass es gerade angesichts dieser Schwierigkeiten wichtig ist, zum Nutzen aller zusammenzuarbeiten. Er gehe davon aus, dass mit dem neuen Präsidenten auch ein neuer Geist in das LBA einziehe. Seine offene Art und seine Detailkenntnisse seien eine Ermutigung.

 

Als erstes greifbares Ergebnis konnte die AOPA mit nach Hause nehmen, dass das Problem der Sprachnachweise „Deutsch" gelöst ist. In den nächsten Tagen wird eine NfL erscheinen, in der die Details festgelegt sind. Eine simple Selbsterklärung des Piloten zu seinen Sprachkenntnissen in Deutsch wird ausreichen, um einen entsprechenden Eintrag in die Lizenz zu erhalten, so wie das auch im englischsprachigen Ausland Standard ist. Bei Flügen nach Österreich und in die Schweiz wurde dort in der Vergangenheit wiederholt moniert, dass deutsche Piloten keinen ICAO-konformen Eintrag ihrer deutschen Sprachkenntnisse in ihren Lizenzen haben.

 

Erkannt, aber noch ungelöst ist jedoch das Problem der immens teuren Inspektionen (Mandatory SIDs) für die Cessnas der 100er und 200er Serie. Hier neigt das LBA nach wie vor zu der Position, dass den privaten Betreibern dieser Flugzeuge nicht das von der EASA vorgesehene Wahlrecht eingeräumt werden kann, ob diese Inspektions- und Wartungstätigkeiten durchgeführt werden oder nicht. Die AOPA wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Flugzeugbetreiber dieses Wahlrecht erhalten, so wie dies die FAA und die EASA auch vorsehen. Die Ultima Ratio wäre ein Ausflaggen in einen EASA-Mitgliedsstaat, der diese Vorschrift flexibler handhabt.

 

In Sachen der EASA-Strategie für die Allgemeine Luftfahrt wurde vereinbart, dass sich AOPA und LBA gegenseitig informiert halten und sich bei Bedarf abstimmen. LBA Präsident Mendel stimmte unserer Auffassung zu, dass es durch die Vielzahl neuer und nicht ausgereifter EASA-Vorschriften zu einer Überregulierung in der Allgemeinen Luftfahrt kommt, die sich schädlich auf die Branche auswirkt.

 

Insgesamt war unser Besuch ein guter und ermutigender Auftakt für ein künftiges Verhältnis von AOPA und LBA, das mehr von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis geprägt ist als von Vorbehalten und Unterstellungen. Die unprätentiöse und professionelle Herangehensweise des neuen LBA-Präsidenten wird sicherlich auch die LBA-Mitarbeiter ermutigen, die Allgemeine Luftfahrt künftig eher als Partner denn als Störenfried zu empfinden.

 

Dr. Michael Erb

 

Treffen im LBA

V.l.n.r: Dr. Michael Erb (AOPA), Eckhard Fegel (LBA), Thomas Burlage (LBA), Sibylle Glässing-Deiss (AOPA),
Prof. Elmar Giemulla (AOPA), Jörg Mendel (LBA), Dr. Klaus-Jürgen Schwahn (AOPA)



Fluglehrer gesucht

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website nutzen gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.    Datenschutzerklärung    OK