EASA stellt Pläne zu Third Country Aircraft zurück

AOPA-Letter 05/09

Eigentlich sollte der Entwurf zum neuen EASA Regelwerk zu „Third Country Operators" schon am 30. Januar 2009 veröffentlicht werden. Doch zweimal wurde die Veröffentlichung verschoben, ohne dass hierfür offiziell Gründe genannt wurden. Was der europäischen IAOPA als Inhalt des Regelwerks angekündigt wurde, hat uns jedoch alarmiert: Alle dauerhaft von europäischen Betreibern in Europa eingesetzten Luftfahrzeuge sollen zukünftig auch in einem europäischen Staat zum Verkehr zugelassen werden. Das heißt: Alle in Europa derzeit betriebenen Flugzeuge mit einer außereuropäischen Verkehrszulassung müssten entweder umgeflaggt werden oder raus aus Europa. Betroffen wären bis zu 10% unserer Flugzeugflotte in der europäischen Allgemeinen Luftfahrt.

 

Natürlich hat die IAOPA die Frage nach dem „Warum?" gestellt, aber nur wenig konkrete Antworten erhalten: Man wolle ein einheitliches Sicherheitsniveau für alle Flugzeuge in Europa gewährleisten. Wir sehen aber schlichtweg kein Problem, das es zu lösen gibt. Uns wurde bestätigt, dass bei den betroffenen Flugzeugen, überwiegend handelt es sich dabei um bei der FAA der USA zugelassene Flugzeuge mit N-Registrierung, keinerlei Häufung von Unglücksfällen beobachtet wurde. Man lässt sie von europäischen Unternehmen warten, die nebenbei auch eine FAA-Autorisierung besitzen. Außerdem kann man diese Flugzeuge mit Rampchecks genauso überprüfen wie es heute bei ausländischen Airlines praktiziert wird.

 

Also, hat man denn bei der EASA nichts Besseres zu tun, sollte man sich nicht lieber primär um die wichtigen Probleme kümmern? Diese kritische Frage haben der EASA nicht nur die IAOPA, sondern auch die anderen europäischen Luftfahrt-Verbände und letztlich auch die Europäische Kommission als ihr Dienstherr gestellt. Die EASA hat im Moment Arbeit im Überfluss, es gilt für sie derzeit vorrangig die zehntausenden von Antworten auf die Gesetzesentwürfe zu FCL und OPS zu bearbeiten.

 

Das Ergebnis ist überaus erfreulich: Die EASA wird in ihrem Gesetzgebungsprogramm nunmehr Prioritäten setzen und verstärkt auf bereits bestehende Regelwerke der ICAO und der JAA zurückgreifen. Die Prioritätenliste führt auf 1. „Flight Crew Licensing" an, danach kommt gleich auf 2. „Commercial Air Transport". Es folgen auf 3. „Medical Requirements", auf 4. „Other Operations (Aerial Work)", auf 5. „Non-commercial Operations", auf 6. „Operational Suitability Data", auf 7. „Safety Assessment of Aircraft (Ramp checks)". Und wer sagt es denn: Auf Platz 8 von 8, damit mit der niedrigsten Priorität, werden „Third Country Operations" aufgeführt.

 

Wir betrachten dieses Setzen von Prioritäten als Indikator dafür, dass man in Brüssel und Köln zuhört und durchaus offen für unsere Belange ist. Natürlich betrachten wir dieses Resultat auch als großen Erfolg unserer europäischen IAOPA-Verbandsarbeit.

 

Liebe EASA, bleib doch bitte bei dem vor einigen Jahren gegebenen Versprechen, dass die EASA so attraktiv werden wird, dass alle Betreiber von in Drittländern zugelassenen Flugzeugen freiwillig mit ihren Flugzeugen und Lizenzen zu Euch kommen werden!

 

Und hierzu gibt es ja sehr lobenswerte Ansätze: Etwa die EASA-Arbeitsgruppe FCL.008, deren Ziel es ist ein IFR mit abgespeckter Theorieausbildung für Privatpiloten einzuführen. Mit solch einer attraktiven Ausbildung würden viele Piloten sicherlich gerne ihr IFR in Europa absolvieren, anstatt wie bislang den Weg über die Ausbildung in den USA und das Betreiben eines N-registrierten Flugzeugs zu gehen.

 

Also, danke für's Zuhören und auf eine weiterhin gute und konstruktive Zusammenarbeit!


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