EASA-FCL kommt zum April 2013, wo klemmt's denn noch?

AOPA-Letter 02/13

Der 8. April 2013 ist nach der Verschiebung des Einführungstermins in Deutschland um ein Jahr der Stichtag für das Inkrafttreten der Vorschriften von EASA-FCL gemäß der EU-Verordnung 1178/2011.

 

Was ändert sich, wo klemmt´s denn noch?

 

Für all diejenigen, die bereits nach JAR-Standards ausgestellte Lizenzen und Berechtigungen besitzen, ändert sich fast gar nichts. Für die Besitzer nationaler Lizenzen, für viele Flugschulen und auch die lizenzausstellenden Behörden wird sich jedoch einiges ändern:

 

Gerade wurden mehrere Fragen zum PPL-N Erwerb an uns herangetragen, nachdem es hier missverständliche Meldungen der Regierungspräsidien und Luftämter gab. Wer zur PPL-N Ausbildung bis zum Stichtag am 8. April 2013 angemeldet worden ist, muss seine Ausbildung bis zum August 2013 abgeschlossen haben, um dann den LAPL beantragen zu können. Die Voraussetzungen zur Umschreibung fallen danach weg, denn im August 2013 wird die deutsche LuftPersV außer Kraft gesetzt.

 

Während die Inhaber des PPL-N sich da-rüber freuen, dass sie mit minimalem Aufwand einen LAPL mit weitreichenderen Privilegien erhalten können, sind die Inhaber eines ICAO-PPL zum Teil sehr ungehalten. Denn ohne absolvierte CVFR-Prüfung bekommen sie den LAPL, der es ihnen nicht mehr erlaubt, außerhalb eines EASA-Mitgliedsstaates zu fliegen oder mit mehr als vier Personen an Bord. Einige der ICAO-PPL-Inhaber haben uns gegenüber bereits angekündigt gegen diesen Privilegienverlust den Klageweg bestreiten zu wollen. Sie erwägen auch eine Klage? Melden Sie sich bitte bei uns, wir stellen gerne den Kontakt unter Ihnen her und beraten Sie.

 

Auch ist noch nicht klar, welche Anforderungen die Flugschulen erfüllen müssen, die bislang Registered Facilities (RF) waren und jetzt als Authorised Training Organisations (ATO) eine Ausbildung anbieten wollen, die über den PPL hinausgeht. Die IAOPA und Europe Airsports sind von der EASA eingeladen worden, um das hierzu noch fehlende sog. „Guidance Material" zu entwickeln.

 

Auch die lizenzführenden Behörden wissen derzeit noch nicht wirklich verbindlich, welche Anforderungen an sie gestellt werden, da die Authority Requirements noch nicht veröffentlicht sind. Auch haben wir den Eindruck, dass man sich mancherorts noch nicht wirklich intensiv mit dem neuen Regelwerk auseinandergesetzt hat und noch nicht vollständig realisiert, dass man als Regierungspräsidium oder Luftamt demnächst in den eigenen Amtsstuben von der EASA auditiert wird, und zwar "in English please!"

 

Der LBA-Chefmediziner Dr. Kirklies hat vor kurzem einen Aufschrei unter den deutschen Flugmedizinern verursacht, als er erklärt hat, zukünftig von den Flugmedizinern grundsätzlich die Übersendung aller medizinischen Daten der von ihnen untersuchten Piloten zu verlangen. Allerdings steht dies im Widerspruch zur Vorschrift MED.025, die die Übersendung der vollständigen Akte nur im Bedarfsfall vorsieht, und auch im Widerspruch zu den im deutschen Grundgesetz verankerten Datenschutzbestimmungen. Dr. Kirklies hatte schon bei der Einführung von JAR-FCL einen übersteigerten Datenappetit bewiesen. Er wurde damals allerdings deutlich eingebremst, wir denken das wird auch diesmal wieder so geschehen.

 

Eine Umstellung wird es auch für Luftsportvereine geben, die bislang gegen Bezahlung Rundflüge zu Vereinsfesten durchgeführt haben. Da PPL-Inhaber gemäß EASA FCL.205.A nicht gegen Vergütung tätig sein dürfen, werden Vereine zukünftig nur noch mit CPL-Inhabern und Fluglehrern im Rahmen einer speziellen Genehmigung diese Flüge gegen Entgelt „von A nach A" anbieten dürfen. Die Details, wie diese Genehmigungen zu beantragen sind, werden aktuell noch entwickelt.

 

Sie haben Probleme mit den Behörden oder noch offene Fragen? Dann wenden Sie sich doch bitte an unsere Geschäftsstelle.


Fluglehrer gesucht

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website nutzen gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.    Datenschutzerklärung    OK