EASA-FCL: Achtung, wenn das Class- oder Typerating oder die IFR-Berechtigung abgelaufen ist!

AOPA-Letter 06/13

Piloten, deren Klassen- oder Typenberechtigung oder die IFR-Berechtigung abgelaufen ist, müssen sich unter EASA-FCL einer anderen Prozedur unterziehen, wie bisher unter JAR-FCL. Für die Erneuerung der Berechtigung ist es nicht mehr ausreichend, einen Checkflug mit einem dafür zugelassenen Prüfer durchzuführen, sondern man muss sich an eine ATO wenden, die dann entscheiden muss, ob und wenn ja welche Trainingseinheiten absolviert werden müssen, bevor die Berechtigung wieder erteilt werden kann.

 

Die Kriterien, nach denen die ATO entscheiden soll, ist in dem EASA-Dokument „Acceptable Means of Compliance and Guidance Material to Part-FCL" festgelegt. Demnach muss die ATO in jedem Einzelfall beurteilen, welche Trainingseinheiten der Proband absolvieren muss. Dabei ist zu berücksichtigen:

 

Für die Wiedererteilung der IFR-Berechtigung

- Die Erfahrung des Bewerbers

  • Dafür ist das Logbuch einzusehen und falls notwendig, ein Test im Simulator (FSTD)

- Die Zeit seit dem Ablauf der Berechtigung

  • Falls die Berechtigung weniger als drei Monate abgelaufen ist, kann die ATO auf ein Refresher-Training verzichten.
  • Sind mehr als drei Monate aber weniger als ein Jahr vergangen, wird minimal eine Trainingseinheit gefordert.
  • Ist mehr als ein Jahr aber weniger als 7 Jahre vergangen, werden minimal drei Trainingseinheiten verlangt.
  • Bei mehr als sieben Jahren muss die gesamte IFR-Ausbildung erneut durchlaufen werden.

Für die Wiedererteilung von Class- oder Typeratings

- Die Erfahrung des Bewerbers

  • Dafür ist das Logbuch einzusehen und falls notwendig, ein Test im Simulator (FSTD) durchzuführen

- Die Komplexität des Flugzeugs
- Die Zeit nach dem Ablauf der Berechtigung

  • Falls die Berechtigung weniger als drei Monate abgelaufen ist, kann die ATO auf ein Refresher-Training verzichten.
  • Sind mehr als drei Monate aber weniger als ein Jahr vergangen, wird minimal eine Trainingseinheit gefordert.
  • Ist mehr als ein Jahr aber weniger als drei Jahre vergangen, werden minimal drei Trainingseinheiten verlangt, in denen die wichtigsten Ausfälle der verfügbaren Systeme enthalten sein sollen.
  • Bei mehr als drei Jahren muss das gesamte class- oder typerating wiederholt werden.

Hat die ATO die Erfordernisse für den jeweiligen Bewerber festgestellt, muss ein individuelles Trainingsprogramm erstellt werden, das Elemente des jeweiligen Basistrainings enthält und die speziellen Defizite des Bewerbers berücksichtigt.

Ist das alles erledigt, nimmt der Bewerber die Bescheinigung und übergibt sie dem Prüfer, der die Befähigungsüberprüfung abnehmen soll (gemäß FCL.740).

 

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass auch ohne besondere Nachlässigkeit ein Termin zur Erneuerung einer Berechtigung ablaufen kann. Die Vielzahl möglicher Ablauftermine kann mitunter zur Verwirrung führen, die heute mit der gültigen Regelung „bestraft" wird. Es lohnt sich also, die wichtigsten Termine unübersehbar zu vermerken, was in Zeiten des allgegenwärtigen Smartphones eigentlich kein Problem darstellen sollte.

 

Hans-Peter Walluf


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