Einführung des Part M Light weiter verspätet

25.04.2018

Das LBA reagiert schnell, die europäische Kommission leider nicht


Wir haben darüber berichtet, dass die Einführung des Part M Light (Teil ML) sich immer weiter verzögert. Die Ursache dafür ist offenbar, dass die Juristen in der Luftfahrt-Abteilung der EU-Kommission im letzten Moment Bedenken entwickelt haben. Details zu diesen Bedenken wurden uns nicht mitgeteilt.

 

Leider hat diese Verzögerung der Einführung zur Folge, dass die neuen vereinfachten Wartungsvorschriften der EASA-GA-Roadmap nur bei Luftfahrzeugen bis zu einem MTOW von 1200kg (ELA1) angewendet werden können, die Luftfahrzeuge der sog. ELA2 Kategorie bis 2730kg fallen weiterhin unter die Vorschriften, die von der EU Kommission selbst als unzureichend bezeichnet wurden.

 

Das Luftfahrt Bundesamt in Braunschweig hat auf die Part M Light Verzögerungen bei der EU-Kommission sehr prompt und positiv reagiert und am 24. April 2018 eine NfL 2-403-18 veröffentlicht, mit der die Fristen zur Durchführung der Cessna SIDs für die 100er und 200er Serien vom 30. Juni 2018 nunmehr bis zum Inkrafttreten des Part M Light auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Dadurch wird den betroffenen Flugzeug-Betreibern ein großer Druck genommen, wofür wir den Zuständigen im LBA sehr dankbar sind.

 

Nachstehend finden Sie den Text eines Schreibens, den wir an die EU-Kommission geschickt haben. Eine Antwort, die sich mit unserem Schreiben inhaltlich auseinandersetzt, steht noch aus.

 

Die IAOPA Europe hat sich gemeinsam mit den Kollegen von Europe Air Sports seit 2012 sehr stark im Rahmen der General Aviation Strategy und der darauf aufbauenden General Aviation Roadmap für eine Überarbeitung der europäischen Vorschriften im Bereich unserer Branche eingesetzt.

Denn unmittelbar nach dem Inkrafttreten der europäischen Vorschriften für die General Aviation gab es auf Grund der überzogenen Vorschriften zunächst sehr heftige Ablehnungseffekte, die durch die General Aviation Roadmap Initiative inzwischen weitgehend abgeklungen sind. Ein zentraler Kritikpunkt waren vor allem die enormen Kostensteigerungen in der Wartung von Luftfahrzeugen durch den Part M, ohne dass dadurch ein Sicherheitsgewinn erzeugt werden konnte.

Die Zusammenarbeit mit der EASA und der Europäischen Kommission in den Gremien wie dem EASA SSCC-GA /jetzt GA COM war für uns stets konstruktiv und geprägt von gegenseitigem Respekt. Neben der fachlichen Zusammenarbeit in den Gremien unterstützen wir Verbände auch bei der Information der Branche, indem wir gemeinsam mit der EASA sog. GA Roadshow Veranstaltungen abhalten.

Jedoch haben wir ein großes Problem: Das verspätete Inkrafttreten von Part M Light. Seit der Veröffentlichung der EASA Opinion 5/2016 im April 2016 sind nunmehr zwei Jahre vergangen, die Einführung wurde uns wiederholt jeweils „für die kommenden Monate“ angekündigt, was wir nach bestem Wissen und Gewissen auch so kommuniziert haben. Geschehen ist allerdings nichts.

Es ist den Betroffenen nicht mehr glaubwürdig zu vermitteln, dass das Inkrafttreten der Vorschrift Part M Light nunmehr auch für Luftfahrzeuge bis 2730kg Masse an Formalitäten scheitert, wohingegen die fast identischen Vorschriften für Luftfahrzeuge bis 1200kg Masse, die ELA 1 Flugzeuge, bereits vor Jahren problemlos umgesetzt wurden.

Wir haben hier ein klares Glaubwürdigkeitsproblem, denn wir hören immer öfter: „Ach, Ihr vertröstet uns immer wieder, und es tut sich doch nichts, hört uns auf mit Europa. Wenn die nur wollten, wäre es doch schon längst da. Wir haben durch den alten Part M jedes Jahr tausende von Euro Mehrkosten.“

Unsere Mitglieder haben für weitere Verzögerungen kein Verständnis mehr, und uns gehen die Argumente aus. Auch wenn die Europäische Kommission sparen muss, so würde eine Einsparung hier die Reputation der GA Roadmap, der EASA, der EU-Kommission und auch der Verbände stark gefährden.

Deshalb bitten wir Sie dringend darum den begonnenen Prozess zur Einführung des Part M Light auch baldmöglich zu einem guten Ende zu bringen, auch wenn wir Verständnis dafür haben, dass auch die Kommission angesichts schrumpfender Budgets sparen muss.

 

 

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