Passen nicht mehr zusammen: EU-Datenschutzgrundverordnung und Flugbewegungsportale im Internet

15.06.2018

Seit dem 25. Mai 2018 ist die neue europäische Datenschutzgrundverordnung „DSGVO“ (EU) 2016/679 in Kraft, über die aktuell sehr viel in den Medien diskutiert wird. Sie schützt europaweit einheitlich die personenbezogenen Daten von natürlichen Personen und regelt hierzu weite Bereiche der elektronischen Datenverarbeitung. Wir sind davon überzeugt, dass sie auch eine juristische Handhabe gegen die Datensammlung zumindest auf europäischen Flugbewegungsportalen liefert, denn dort werden der Öffentlichkeit Bewegungsdaten von Privatpersonen zugängig gemacht. Ein „Stalker“ benötigt nur noch die Registrierung des Flugzeugs seines Opfers, schon kann er von überall dessen Flugaktivität nachvollziehen. Man stelle sich das im Straßenverkehr vor: Man beobachtet, wie eine Person in einen PKW einsteigt um den PKW dann online über sein Kennzeichen und ein PKW-Bewegungsportal lückenlos zu verfolgen. Der gesellschaftliche Aufschrei wäre garantiert und mit Sicherheit nicht zu überhören.

 

Schauen wir uns den Verordnungstext einmal näher an:

 

Gemäß Artikel 1 schützt die DSGVO nur Daten natürlicher Personen. Unternehmen können ihre Daten nicht schützen lassen, oder nur dann, wenn letztlich wieder natürliche Personen zu schützen sind, etwa die ihrer Kunden.

 

Artikel 1 - Gegenstand und Ziele

(1) Diese Verordnung enthält Vorschriften zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Verkehr solcher Daten.

(2) Diese Verordnung schützt die Grundrechte und Grundfreiheiten natürlicher Personen und insbesondere deren Recht auf Schutz personenbezogener Daten.

 

Spannend ist dann der Artikel über die rechtmäßige Verarbeitung von Daten. Wird keines der Kriterien erfüllt, dann ist die Datenverarbeitung unrechtmäßig.

 

Artikel 6 - Rechtmäßigkeit der Verarbeitung

(1) Die Verarbeitung ist nur rechtmäßig, wenn mindestens eine der nachstehenden Bedingungen erfüllt ist:

a)Die betroffene Person hat ihre Einwilligung (…) gegeben;

b)… für die Erfüllung eines Vertrags,

c) … zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich, der der Verantwortliche unterliegt;

d) … um lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person zu schützen;

e) Die Verarbeitung ist für die Wahrnehmung einer Aufgabe erforderlich, die im öffentlichen Interesse liegt oder in Ausübung öffentlicher Gewalt erfolgt, die dem Verantwortlichen übertragen wurde;

 

Es sollte unstrittig sein, dass die Verarbeitung der Transponderdaten durch die Flugsicherung zur Wahrnehmung von Aufgaben in öffentlichem Interesse erforderlich ist, dass man sie auch in einem anderen Flugzeug empfangen darf zur Kollisionsvermeidung. Die Daten dürfen für diese Zwecke verarbeitet werden, aber nicht veröffentlicht. Die kommerziellen Website-Betreiber haben aber weder hoheitlichen Aufgaben, noch Verträge oder eine Beschützerfunktion, sie wollen nur Geld verdienen, und das dürfen sie gemäß der DSGVO mit privaten Flugzeugdaten nicht. Gemäß Artikel 83 kann der Verstoß gegen die DSGVO auch teuer werden, die Höhe der Geldbußen soll wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein.

 

Artikel 83 - Allgemeine Bedingungen für die Verhängung von Geldbußen

(1)    Jede Aufsichtsbehörde stellt sicher, dass die Verhängung von Geldbußen gemäß diesem Artikel für Verstöße gegen diese Verordnung gemäß den Absätzen5 und 6 in jedem Einzelfall wirksam, verhältnismäßig und abschreckend ist.

 

Was der schwedische Website-Betreiber www.flightradar24.com derzeit anbietet ist, dass auf Antrag eines Flugzeugbetreibers dessen Daten nicht mehr angezeigt werden. Wir sind aber überzeugt, dass nur der andere Weg legal gangbar ist, dass man die Kennung und die Bewegungsdaten nur mit ausdrücklicher Zustimmung eines Luftfahrzeugbetreibers veröffentlichen darf.

Ein für uns denkbarer Kompromiss ist es auch, dass die Websiten weiterhin die Bewegungsdaten von Luftfahrzeugen anzeigen, aber nur in Verbindung mit einer anonymisierten Kennung, anstelle von DEABC etwa D----.

Wir haben uns sowohl an die Anbieter der Websiten als auch an die zuständigen Aufsichtsbehörden gewandt, die auf Grund des europäischen Charakters der Verordnung auch innerhalb Europas zur Amtshilfe verpflichtet sind.

Anspruchsvoller sollte es werden, die Betreiber solcher Internetportale auf Grund europäischer Datenschutzregularien auch in den USA zu stoppen. Ein Beschluss der weltweiten Vertreter der IAOPA, der anlässlich der Weltkonferenz unseres Verbandes in Neuseeland im März dieses Jahres verabschiedet wurde, fordert ebenfalls die strikte Einhaltung der Privatsphäre bei diesen Internetportalen.

 

 

 

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Kommentare:Kommentare:

Anzahl bisheriger Kommentare: 31
FS
17.06.2018
19:18:00
Leider ein sehr schlechter Artikel zur Sache - anstatt wie alle \"Panikmacher\" auf hohe Geldbussen zu verweisen, hätte man lieber mal die Kernfrage beantworten sollen: Warum betrachtet der Autor Flugzeugkennungen als \"personenbezogene Daten\"? Selbst wenn man das so sieht, gilt dass dann auch für von Vereinen gehaltene Flugzeuge (auf welche Person beziehen sich dann diese Daten)? Und wie ist das bei einem N-reg Flugzeug, das von einem US-Trust gehalten wird? Kann dafür die DSGVO überhaupt gelten? Schliesslich: Selbst wenn das alles juristisch so klar und eindeutig sein soll - was bedeutet das dann für Segelflugwettbewerbe, für OGN, etc. brauchen die jetzt schriftliche Einwilligungserklärungen, bevor sie Daten veröffentlichen dürfen - von wem eigentlich? Vom Halter, vom Piloten? Von beiden? Und müssen jetzt alle Besitzer eines Flarm-Gerätes eine Abmahnung befürchten? Schliesslich speichern und verarbeiten diese Geräte Daten von anderen Flugzeugen deutlich länger, als das für die Kollisionsvermeidung notwendig ist - was z.B. für die Reichweitenanalyse sehr nützlich, aber sicher auch weder ein öffentliches noch ein lebenswichtiges Interesse ist? Viele Fragen, die eine seriöse Antwort durch unsere Interessenvertreter verdienen würden - aber offenbar ist eine Kampagne gegen einen (warum eigentlich?) offenbar ungeliebten kommerziellen Antworten wichtiger... Schade!
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Datenschutz-Projektleiter
17.06.2018
20:53:00
Es gibt in der aktuellen Diskussion zwei Grundsätze des Datenschutz zu verinnerlichen. Erstens, jeder Datensatz der potentiell auf eine Einzelperson \"mit normalem Aufwand\" zurück zu verfolgen ist, ist wie besonders schutzbedüftige Persönliche Daten zu behandeln = der Schutz des Individuum steht über allem! Zweitens, jeder mögliche Zugriff auf Daten führt dazu, dass diese Daten so behandelt werden als ob sie physikalisch am Ort des Zugriffs sind. Nun gibt es mehr als ausreichend viele Flugzeuge, die so registriert und versichert sind, dass sie nur von einem Piloten geflogen werden können und dies ist einfach per Google Suche heraus zu finden. Dazu gibt es viele Flugzeuge die zwar von beliebigen Piloten geflogen werden könnten, aber bekanntermaßen nur vom Wigentümer bewegt werden. Nach Grundsatz Nr.1 reicht ein Beispiel und die Flugzeugkennung ist Besonders Schützenswerte Persönliche Daten! Nach Grundsatz Nr.2 wird es dann schwierig für alle Provider die zB in einem Rechenzentrum mit Indischen Administratoren betrieben werden. Noch schlimmer wird es wenn man die Kennund des Luftfahrzeug mit einer Einzelperson, dem Piloten, verknüpft und dann noch kurz per Internetsuche einfach dazu die Existenz des verpflichtenden Medicals addiert - dann kann am Ende der juristischen Kette sogar entstehen dass die Lfz. Kennung unter die Datenschutzregelungen für medizinische Daten fällt - was endgültig jedes Hauptflugbuch eines Flugplatzes tur DSGVO Bombe machen würde...
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FS
18.06.2018
07:40:00
Auch hier wieder sehr fragwürdige Interpretationen: 1. Nur weil es ein Flugzeug gibt, bei dem man von der Kennung auf den Piloten schliessen kann sind noch nicht alle Flugzeugkennungen persönliche Daten! 2. Es ist weder für D- noch für N- registrierte Flugzeuge möglich, per \"einfacher Google-Suche\" herauszufinden, ob/das nur ein bestimmter Pilot sie fliegen kann 3. Mit der hier aufgezeigten Argumentation wäre auch jedes Spotter-Foto, auf dem die Kennung zu erkennen ist ein Verstoss gegen die DSGVO. Ich würde von einer Vereinigung wie der AOPA, die wir Mitglieder bezahlen, erwarten, dass sie gegen solchen Unsinn vorgeht, anstatt politisch motivierte Kampagnen gegen einzelne Unternehmen zu führen und dabei nebenbei viele Flugbegeisterten Menschen kriminalisiert!
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Klaus
18.06.2018
00:16:00
Liebe AOPA, hier sind Sie auf dem völlig falschen Weg! Meine Angehörigen legen sehr viel Wert darauf, die Flugzeugkennung zu sehen und damit zu wissen wo ich gerade bin. Auch für viele Planespotter ist dies eine unersetzliche Information. Bitte arbeiten Sie an den relevanten Themen (z.B. ZÜP) und lassen FR24 und andere Seiten in Ruhe. Sollte wegen Ihnen diese tolle Seite eingeschränkt werden, kündige ich meine Mitgliedschaft.
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ZS
18.06.2018
07:52:00
genau!
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DK
18.06.2018
08:27:00
Herzlichen Dank für diesen Versuch, ein ganzes Hobby platt zu machen. Das gehört auch zu den Aufgaben der AOPA? Gibt\'s da nicht eventuell wesentlich wichtigere Betätigungsfelder?
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Michael Erb
18.06.2018
09:31:00
Guten Morgen in die Runde, erfreulich ist, dass zum Thema wieder eine Diskussion zu Stande kommt, wir hatten Sie ja bereits im letzten Jahr auf Anregung einiger Mitglieder angestossen. Mal zur Nachfrage an die Kritiker, was ist falsch an unserem Ansatz? - Der Flugzeugbetreiber, der sein Flugzeug weiter mit voller Kennung sehen will, gibt einem oder mehreren ADS-B-Portal-Anbietern seiner Wahl die Zustimmung zur Veröffentlichung. Ansonsten werden Flugzeug-Kennungen, die nicht zu Airlines gehören, auf den Portalen bis zur Erteilung einer Zustimmung grundsätzlich nur noch anonymisiert angezeigt, so wie andere Portale dies bereits tun. Die Freiwilligkeit der Veröffentlichung der Daten ist hier ausschlaggebend, niemand will solche Portale \"plattmachen\". - Dies ist eine Position unseres IAOPA-Weltverbandes, und vor allem: Dies ist nach Auskunft der zuständigen Datenschützer einfach die gültige Rechtslage. - Und eine Gegenfrage: Wenn jemand Ihr Autokennzeichen kennt, oder das Ihrer Kinder, wollen Sie wirklich, dass er Sie dann überall live vom Sofa verfolgen kann? - Gegenfrage 2: Wollen Sie auch auf den Fluglärmseiten mit voller Kennung sichtbar sein, etwa hier: inaa.umwelthaus.org? Bislang werden hier die Kennungen der Nicht-Airliner anonymisiert, und zwar nur aus Datenschutzgründen.
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DK
18.06.2018
09:35:00
Was ist daran falsch, wenn ein Flugzeugbetreiber (wie bisher schon) beim Portal widersprechen kann? Das meistgenutzte ist doch eh flightradar24. Ein Widerspruch dort dürfte in den allermeisten Fällen bereits gut ausreichend sein, um irgendwelche \"Ängste\" des Betreibers zu beruhigen. Der umgekehrte Weg bedeutet nichts anderes als den Tod der Portale!
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FS
18.06.2018
13:18:00
Gerne antworte ich auf die Frage, was falsch daran ist: Es wird auf unsere Kosten - also auf Kosten ihrer Mitglieder - rechtlich noch viel schwieriger! Es fängt damit an, dass unklar ist, wer für ein Flugzeug solch ein Opt-In durchführen darf. Der Halter? Der Betreiber (Operator)? Der Pilot? Jeder einzelne Pilot? Wenn ich nun als Halter meines Flugzeuges so ein Opt-Inb gemacht habe, darf ich dann überhaupt noch andere Menschen mitnehmen, ohne mir von ihnen vorher die Zustimmung geholt zu haben (incl. Rechtsbehelfsbelehrung und Adresse des zuständigen Datenschutzbeauftragten)? Wenn man agressiv die Rechtsauffassung vertritt, dass Flugzeugkennungen persönliche Daten sind, dann gilt der Schutzbereich der DSGVO ja für alle Insassen und nicht nur für den Piloten. Nach einem Opt-In bin ich als Pilot aber plötzlich verantwortlich... Auserdem würde ich von der AOPA schon erwarten, dass es einen Rechtsbegriff wie „Airline“ im Datenschutzrecht gar nicht gibt und auch sonst eher schwammig ist - ist alles in einer AOC eine „Airline“ in ihrer Interpretation des Datenschutzes? Warum haben Airline-Piloten überhaupt weniger Recht auf Grundrechtsschutz, als Privatpiloten? Schliesslich die schon oben genannte Frage bzgl. Flarm: Ich betreibe ein Flarm für Kollisionsvermeidung. Dafür - hier sind wir uns wohl einig - braucht man keine Daten länger als ein paar Minuten zu speichern. Alle anderen FLARM-Benutzer tun das aber, ohne, dass ich hier einen Opt-In gemacht hätte (und nutzen das z.B. Zur Reichweitenanalyse). Ist der zuständige Datenschützer (welcher überhaupt) deswegen ernsthaft der Meinung, jeder der ein FLARM im Flugzeug hat handelt illegal? Darum sollte sich die AOPA viel dringender kümmern ...
auf Kommentar antworten
Michael Erb
18.06.2018
13:34:00
Die Sache ist relativ einfach: Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich Daten veröffentlichen darf, dann lasse ich es besser bleiben. Gemäß DSGVO werden nur die Daten von natürlichen Personen geschützt, und nicht die von juristischen Personen/Unternehmen. Airlines sind klar erkennbar keine natürlichen Personen, damit sind deren Flugbewegungsdaten nicht geschützt.
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FS
18.06.2018
14:16:00
Schön, dass wenigstens einer der Meinung ist, die sache sei „relativ einfach“. Aber andererseits ist „relativ klar“, dass ein Flugzeug keine natürliche Person ist. Wenn es n-registriert ist, von einem Verein oder einer Haltergemeinschaft betrieben, dann gehört es nicht mal einer natürlichen Person. Es geht hier also nicht primär um Daten einer natürlichen Person, sondern darum, in wie weit man von anderen Daten auf natürliche Personen schliessen kann. Sorry, aber „relativ einfach“ ist daran gar nix!
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EchoPilot
18.06.2018
17:01:00
Es ist einfach. Es existieren Flugzeuge deren Kennung einer Person zuzuordnen sind, meines zum Beispiel. Damit ist nach EU-DSGVO Grundlagen die Luftfahrzeugkennung ein besonders schützenswertes persönliches Datum. Da gibt es nichts zu deuteln. Ob dann noch verschärfend der Medizinaspekt dazu kommt, k.A. aber an der Tatsache personenbezogenes Datum wird das nichts ändern.
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FS
19.06.2018
10:22:00
Auch auf die Gefahr, zu wiederholen: Wenn man dieser Rechtsauffassung ist, dann sind nicht nur Flugtracking-Seiten, sondern jedes Spotter-Photo und jeder Betrieb eines FLARM-Gerätes illegal. Die DSGVO kennt keine \"Verhältnismäßigkeit\" oder Geringfügigkeitsgrenzen. Ebenso gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen unrechtmäßiger Veröffentlichung und unrechtmäßiger Verarbeitung. Wenn es also tatsächlich um die DSGVO und nicht um eine politische Kampagne gegen einzelne Betreiber ginge, dann sollte die AOPA als unsere Vertreter sehr dringend dafür sorgen, dass nicht alle Spotter und praktisch alle Flugzeugbetreiber kriminalisiert werden. Ein paar Webseiten sind dann echt nicht das Problem, um das sich die AOPA sorgen sollte.
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EchoPilot
20.06.2018
19:35:00
Ja, die Plane-Spotter haben aktuell ein echtes Problem mit ihrem Hobby, wie übrigens alle die Fotos über das Netz elektronisch vertreiben! Es ist bereits höchstrichterlich festgestellt, dass alleine die Tatsache, dass beim Betrachten eines Fotos das Erkennen der Person durch einen Einzelnen dazu führt das Foto als besonders schützenswertes Persönliches Datum zu klassifizieren. Luftfahrzeug-Kennungen die Einzelpersonen zuzuordnen sind, sind natürlich Personenbezogene Daten.
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MD
19.06.2018
11:25:00
So ist es
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FS
18.06.2018
14:06:00
Gerne antworte ich auf die Frage, was falsch daran ist: Es wird auf unsere Kosten - also auf Kosten ihrer Mitglieder - rechtlich noch viel schwieriger! Es fängt damit an, dass unklar ist, wer für ein Flugzeug solch ein Opt-In durchführen darf. Der Halter? Der Betreiber (Operator)? Der Pilot? Jeder einzelne Pilot? Wenn ich nun als Halter meines Flugzeuges so ein Opt-Inb gemacht habe, darf ich dann überhaupt noch andere Menschen mitnehmen, ohne mir von ihnen vorher die Zustimmung geholt zu haben (incl. Rechtsbehelfsbelehrung und Adresse des zuständigen Datenschutzbeauftragten)? Wenn man agressiv die Rechtsauffassung vertritt, dass Flugzeugkennungen persönliche Daten sind, dann gilt der Schutzbereich der DSGVO ja für alle Insassen und nicht nur für den Piloten. Nach einem Opt-In bin ich als Pilot aber plötzlich verantwortlich... Auserdem würde ich von der AOPA schon erwarten, dass es einen Rechtsbegriff wie „Airline“ im Datenschutzrecht gar nicht gibt und auch sonst eher schwammig ist - ist alles in einer AOC eine „Airline“ in ihrer Interpretation des Datenschutzes? Warum haben Airline-Piloten überhaupt weniger Recht auf Grundrechtsschutz, als Privatpiloten? Schliesslich die schon oben genannte Frage bzgl. Flarm: Ich betreibe ein Flarm für Kollisionsvermeidung. Dafür - hier sind wir uns wohl einig - braucht man keine Daten länger als ein paar Minuten zu speichern. Alle anderen FLARM-Benutzer tun das aber, ohne, dass ich hier einen Opt-In gemacht hätte (und nutzen das z.B. Zur Reichweitenanalyse). Ist der zuständige Datenschützer (welcher überhaupt) deswegen ernsthaft der Meinung, jeder der ein FLARM im Flugzeug hat handelt illegal? Darum sollte sich die AOPA viel dringender kümmern ...
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AH
18.06.2018
08:57:00
Ist das wirklich im Interesse der Mitglieder? Ich meine nicht! Es gibt wesentlich sinnvollere Möglichkeiten, unsere Interessen zu vertreten!
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stefanoo
18.06.2018
09:24:00
Ihr habt echt nen Vogel! Aer warum wundert es mich nicht, dass so ein Vorschlag von Deutschen kommt.
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MHO
18.06.2018
13:52:00
@stefanoo: \"Dies ist eine Position unseres IAOPA-Weltverbandes, und vor allem: Dies ist nach Auskunft der zuständigen Datenschützer einfach die gültige Rechtslage\" Und diese Rechtslage ist EU Recht. Was genau hat das jetzt mit \"den Deutschen\" zu tun ? An die anderen Geiferer: würden Sie s wollen, das jemand bspw. Ihr Autokennzeichen mit Bewegungsprofil ins Netz stellt ? Um - bspw. - zu wissen wann Sie zuhause sind und wann nicht ? Opt-in ist richtig, es kann nicht sein das ich als Betroffener das Internetz nach allen Betreibern solcher Plattformen durchsuchen muss und dann noch jeden Einzeln anschrieben muss um meine Daten zu schützen. Und nachher noch nachprüfen ob man meinem Wunsch nachkommt.
auf Kommentar antworten
Mitglied
18.06.2018
21:05:00
Als AOPA Mitglied, bewusst in Deutschland voll zahlend und nicht den Umweg über die IAOPA nehmend, befürworte ich ausdrücklich den Vorstoß der AOPA in dieser Sache!
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Wolfgang
19.06.2018
15:50:00
Auch ich bin bewußt voll-zahlendes Mitglied. Auch ich will nicht, dass Jeder der meine Kennung aus wass-weiss-ich-welchen Gründen kennt genau schauen kann, wann und wo ich mit meinem umweltfeindlichen, geldrausschmeißenden und sowieso moralisch verwerflichen Hobby fröne.
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TS
21.06.2018
16:41:00
@FS: Natürlich ist FR24 sehr interessant und ich werde es ein wenig vermissen. Aber: 1: Sie würden also auch ein allgemeines KFZ-Tracking befürworten, nur weil es irgendjemandes \"schönes Hobby\" ist? 2: Wenn der Betrieb einer solchen (kommerziellen) Website nicht mehr mit (von vielen befürworteten) geänderten Bestimmungen zusammenpasst : Pech. Es weint ja keiner den Firmen nach, die aufgrund \"engstirniger gesetzlicher Bestimmungen\" den Rhein nicht mehr als ihr verlängertes Abwasserrohr benutzen durften und dies nicht überlebt haben. Es hat nicht zum Untergang des Abendlandes geführt. Im Gegenteil.
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HS
21.06.2018
18:49:00
Wir Deutschen haben offensichtlich nur noch auf so einen Schwachsinn wie das DSGVO gewartet, damit wir wie immer sofort mit dem Finger auf Portale wie FR24 zeigen können. Wir füllen Gerichtssäle, geben Anwälten Aufträge, lassen die Abmahnvereine nicht verkommen usw. Der Vergleich der AOPA mit dem Autokennzeichen ist nicht nachvollziehbar, ich kann auch ohne DSGVO hinter einem Fahrzeug herfahren und kenne dann die Fahrtroute...der Staat weiß das auch schon längst, selbst wenn er behauptet, dass die Kameras auf den Mautbrücken die Aufnahmen sofort löschen, wenn das Kennzeichen zu keinem mautpflichtigen Fahrzeug gehört. Oder glaubt noch jemand das Geschwafel der Politiker? Liebe AOPA, lasst euch nicht von der IAOPA zu solchem Handeln inspirieren, kümmert euch um wichtige Themen, z.B. den Erhalt und den Ausbau der Flugplätze wo notwendig, und auch um die ZÜP. Gesetze, die vom Inhalt keiner mehr versteht, gibt es schon genug! Das DSGVO sollte eigentlich die Privatsphäre eines Bürgers schützen. Statt dessen verkaufen offensichtlich manche Gemeinden die Adressdaten von Bürgern, wie kürzlich in einer Fernsehsendung gemeldet wurde. Aber der Staat muss sich ja nicht daran halten.
auf Kommentar antworten
HS
21.06.2018
18:51:00
Wir Deutschen haben offensichtlich nur noch auf so einen Schwachsinn wie das DSGVO gewartet, damit wir wie immer sofort mit dem Finger auf Portale wie FR24 zeigen können. Wir füllen Gerichtssäle, geben Anwälten Aufträge, lassen die Abmahnvereine nicht verkommen usw. Der Vergleich der AOPA mit dem Autokennzeichen ist nicht nachvollziehbar, ich kann auch ohne DSGVO hinter einem Fahrzeug herfahren und kenne dann die Fahrtroute...der Staat weiß das auch schon längst, selbst wenn er behauptet, dass die Kameras auf den Mautbrücken die Aufnahmen sofort löschen, wenn das Kennzeichen zu keinem mautpflichtigen Fahrzeug gehört. Oder glaubt noch jemand das Geschwafel der Politiker? Liebe AOPA, lasst euch nicht von der IAOPA zu solchem Handeln inspirieren, kümmert euch um wichtige Themen, z.B. den Erhalt und den Ausbau der Flugplätze wo notwendig, und auch um die ZÜP. Gesetze, die vom Inhalt keiner mehr versteht, gibt es schon genug! Das DSGVO sollte eigentlich die Privatsphäre eines Bürgers schützen. Statt dessen verkaufen offensichtlich manche Gemeinden die Adressdaten von Bürgern, wie kürzlich in einer Fernsehsendung gemeldet wurde. Aber der Staat muss sich ja nicht daran halten.
auf Kommentar antworten
HS
21.06.2018
18:52:00
Wir Deutschen haben offensichtlich nur noch auf so einen Schwachsinn wie das DSGVO gewartet, damit wir wie immer sofort mit dem Finger auf Portale wie FR24 zeigen können. Wir füllen Gerichtssäle, geben Anwälten Aufträge, lassen die Abmahnvereine nicht verkommen usw. Der Vergleich der AOPA mit dem Autokennzeichen ist nicht nachvollziehbar, ich kann auch ohne DSGVO hinter einem Fahrzeug herfahren und kenne dann die Fahrtroute...der Staat weiß das auch schon längst, selbst wenn er behauptet, dass die Kameras auf den Mautbrücken die Aufnahmen sofort löschen, wenn das Kennzeichen zu keinem mautpflichtigen Fahrzeug gehört. Oder glaubt noch jemand das Geschwafel der Politiker? Liebe AOPA, lasst euch nicht von der IAOPA zu solchem Handeln inspirieren, kümmert euch um wichtige Themen, z.B. den Erhalt und den Ausbau der Flugplätze wo notwendig, und auch um die ZÜP. Gesetze, die vom Inhalt keiner mehr versteht, gibt es schon genug! Das DSGVO sollte eigentlich die Privatsphäre eines Bürgers schützen. Statt dessen verkaufen offensichtlich manche Gemeinden die Adressdaten von Bürgern, wie kürzlich in einer Fernsehsendung gemeldet wurde. Aber der Staat muss sich ja nicht daran halten.
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Michael Erb
22.06.2018
08:56:00
FR24&Co sollen ja mit ihren Apps weitermachen, aber bitte die Daten der rein privat betriebenen Luftfahrzeuge nicht mehr veröffentlichen, wenn denn die Zustimmung des Eigentümers/Betreibers nicht vorliegt. Das sind vielleicht 1% der gesamten Flugbewegungen, falls die fehlen sollten wird das Gesamt-Geschäftsmodell sicherlich nicht untergehen. Private PKW-Daten unterscheiden sich von privaten KFZ-Daten aus einer Datenschutzperspektive überhaupt nicht, beides darf nun einmal nicht veröffentlicht werden. Wir als AOPA haben die staatlichen Datenschützer, FR24 und die betroffenen Flugzeugbetreiber informiert. Damit ist die Sache im Rollen, alles weitere wird zwischen diesen Parteien entschieden und die AOPA ist in einer Beobachterposition.
auf Kommentar antworten
Ulrich
23.06.2018
11:02:00
Die DSGVO sollte (laut Herrn Albrecht) die Bürger besonders vor Profiling der mächtigen Portale und ähnlichem Ungemach schützen! Leider hat die Regelung da bisher komplett versagt! Dafür breitet sie sich aber nun unkontrolliert in alle Lebensbereich aus. Ich kenne niemanden der einen persönlichen Schaden durch FR24 genommen hat. Unsere europäischen Kollegen interessieren sich auch nicht für den Unsinn. Die AOPA möchte sich mit der Zeit und dem Geld (ja ich bin Mitglied) lieber um die Klärung echter Probleme in der GA kümmern. Wir haben reichlich davon!
auf Kommentar antworten
Michael Erb
25.06.2018
09:08:00
Die Antwort ist zweimal doch: - Die europäischen Kollegen interessieren sich dafür, es gibt auch eine gemeinsame Resolution zum Thema. Fragen Sie z.B. mal die AOPA-Schweiz. - Es gibt nun einmal AOPA-Mitglieder, die sichauf ihren Flügen nicht länger elektronisch verfolgen lassen wollen. Was den Zeitaufwand betrifft: Der hielt sich für uns ausgesprochen in Grenzen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und alle Parteien informiert, jetzt sind die Datenschützer, die ADS-B-Portale und die Betroffenen gefragt. Natürlich haben wir all die anderen wichtigen und wichtigeren Themen der AL nicht vergessen, aber auch dieses Thema musste einmal behandelt werden.
auf Kommentar antworten
Ulrich
28.06.2018
00:43:00
Was ist dann mit Apps wie Flymap, skydemon, Foreflight???
auf Kommentar antworten
Ulrich
28.06.2018
00:46:00
Wenn wir für die Rechtfertigung von EU-Recht wie der DSGVO die Schweiz benötigen, ist es wirklich schlimm. Datenschutz ist eine gute Sache. Die Idee zur DSGVO ist eine gute Sache. Leider ist die Umsetzung sehr misslungen und jetzt nehmen wir das Ding und hauen alles kaputt was uns in die Quere kommt. Derweilen lacht sich Mark Zuckerberg einen Ast. (leider zurecht) Das Geschäftsmodell von FR24 mag für \"#Neuland\" eigenwillig sein, aber wenn es eine Möglichkeit gibt zu sagen, dass ich das nicht möchte und es dann unterlassen wird, habe ich persönlich damit kein Problem. Ich bin schon groß, ich benötige niemanden der mich vor FR24 beschützt! Wenn das Kennzeichen ein personenbezogenes Datum ist, dann lassen sich ganz schnell sehr viele Dinge des täglichen Fliegerlebens finden die laut DSGVO unzulässig sind. Ganz schnell gibt es da auch Apps die Daten auf Plattformen in Drittländern übertragen. Also dann, ich gehe noch kurz raus und decke das Kennzeichen an meinem Auto ab, muss ja nicht jeder Wissen, dass ich zuhause bin.
auf Kommentar antworten
Peter
18.09.2018
19:27:00
Leute, wie kann man ein Luftfahrzeugkennzeichen vergleichen mit einem KFZ Kennzeichen hinsichtlich DSGVO? 1. Jeder ist frei seinen Transponder zu deaktivieren, wenn er illegale Aktionen vor hat, alle anderen fliegen regelkonform. 2. Welches Auto sendet eigentlich unverschlüsselt seine Kennung, Höhe und evtl GPS Position? Gibt\'s nur bei Amateurfunkern. 3. Luftfahrzeugkennzeichen sind keine Personenbezogenen Daten. 4. Fliegt ein Flugzeug zum Arzt, zur Arbeit, zum Einkaufen, zur heimlichen Freundin usw? Nein, es fliegt - Überraschung - von einem Flugplatz zum anderen.... Aus meiner Sicht bläst sich hier die AOPA ziemlich auf, das Ergebnis wird ein ziemlicher Mitgliederschwund sein, falls wirklich geklagt werden sollte.
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