Part ML veröffentlicht: Flugzeug-Wartung wird ab Februar 2020 einfacher

06.09.2019

Bitte Update vom 09.09.19 beachten: Nachtrag zu Part ML: Einführungsdatum korrigiert auf 24. März 2020

 

 

Am 4. September 2019 sind im Amtsblatt der Europäischen Union endlich die vereinfachten Wartungsvorschriften des Part ML veröffentlicht worden, und zwar als Durchführungsverordnung EU 2019/1383 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32019R1383&from=EN

Sie gilt nach einer von den Mitgliedsstaaten geforderten Übergangsphase von 6 Monaten zur Einführung der neuen Verfahren ab dem 20. Februar 2020.

Der Part ML wurde zwar schon im Februar 2019 beschlossen, offenbar hat sich die Veröffentlichung durch Übersetzungsfehler weiter verzögert.

 

Die Betreiber von Luftfahrzeugen bis 2730kg sollten sich recht zügig mit ihren Wartungsbetrieben in Verbindung setzen, um mit ihnen gemeinsam die Wartung der Luftfahrzeuge zu besprechen. Zwar erhalten die Eigentümer viele zusätzliche Entscheidungsfreiheiten bei der Durchführung der Wartung, letztlich muss ein Wartungsbetrieb oder freigabeberechtigtes Personal aber nach wie vor ein „Airworthiness Review Certificate (ARC)/Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit“ ausstellen. Hierfür übernehmen sie aber nur die Verantwortung, wenn sie auch vom lufttüchtigen Zustand des Luftfahrzeugs überzeugt sind. Um hitzige Diskussionen in letzter Minute vor Ablauf der Lufttüchtigkeit zu vermeiden, empfiehlt sich deshalb eine frühzeitige Abstimmung aller Wartungsmaßnahmen.

 

Gemeinsam mit dem Verband der Betriebe der Allgemeinen Luftfahrt (BBAL) planen wir, unseren AOPA-Mitgliedern hierzu zeitnah detailliertere Informationen und Empfehlungen anzubieten.

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Anzahl bisheriger Kommentare: 2

Ralf Paulus
17.09.2019
15:30:00
Mein Name ist Ralf Paulus. Ich bin seit 1986 in der Luftfahrt beheimatet. Dass durch den Part ML die Wartung vereinfacht worden ist kann ich nicht nachvollziehen. Zumindest nicht für Eigentümer, die ihr Luftfahrzeug in und auswendig kennen und die gesamte Wartung selbst durchführen. Die besten gesetzlichen Voraussetzungen bestanden für diese Gruppe meiner Meinung, nach den Erleichterungen, die im Zusammenhang mit der Einführung des ELA1 -Begriffes erfolgten. Zu diesem Zeitpunkt durften wir die 100 h Kontrolle ( das sogenannte annual ) noch selbst durchführen. Leider wurde einige Zeit später auf Druck einiger Verbände (mit wirtschaftlichen Interessen) ein zusätzlicher Satz in die Verordnung eingefügt. Ab diesem Zeitpunkt durfte der Pilot/Owner die 100 h Kontrolle nicht mehr selbst freigeben, wenn er das sogenannte Minimum Inspection Program deklarierte. Die Hintertür war immerhin noch geöffnet, indem man die Wartungsvorschriften des Herstellers umsetzte. Dies war ein guter Kompromiss. Nun haben selbige Verbände dafür gesorgt, dass im Part ML die 100 h Kontrolle überhaupt nicht mehr durch den Pilot/Owner durchgeführt werden darf. Man kann also durchaus behaupten, dass wir mit der Salami-Taktik über den Tisch gezogen worden sind. Natürlich gibt es ausgezeichnete LTB’s mit sehr guten Mitarbeitern. Leider müssen diese unter einer Regelungswut der Behörden arbeiten. Dort wird mittlerweile mehr das Papier als das Luftfahrzeug geprüft, um sich vor teils irrwitzigen Findings bei drohenden Audits zu schützen. Unter diesen Umständen kann das Ergebnis nicht perfekt sein und es können leicht Fehler passieren. Auf der anderen Seite haben demgegenüber diejenigen Vorteile, die die Wartung ihres Flugzeugs eh nicht selbst durchführen und Besitzer von ELA 2 Flugzeugen. Ich plädiere dafür, dass die Möglichkeit wieder eingeführt wird, die 100 h Kontrolle selbst durchführen zu können. Herzlichen Dank Ralf Paulus
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